SAHARAINFO
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SAHARA INFO
Der vielleicht wichtigste Aspekt bei Wüstenreisen in die Sahara ist auch heute noch das Gefühl zu haben, dass die
Epoche der grossen Entdeckungen noch nicht vorüber ist.
Man fährt stundenlang durch Ödland um ganz plötzlich vor einer vor jahrtausenden verlassenen Oase zu stehen,
welche zu Zeiten der Römer als Karawanenstation diente und wovon Töpferöfen im Wüstensand und Tonscherben
Zeugnis ablegen. Ob Römerfestungen, pharaonische Grabstätten, verschollene persische Eroberer, die Wüsten bietet
ungeheuer viel mehr als sie auf den ersten Blick für viele Leute vielleicht hergeben mag.
Viele Orte in der westlichen ägyptischen Wüste, an welchen bereits in der Steinzeit Schmuck, Feuersteine und
Werkzeuge hergestellt wurden, zeugen davon, dass hier nicht immer so extreme Trockenheit herrschte. So
lebensfeindlich die Sahara heute erscheinen mag, war sie nicht immer was ebenfalls die unzähligen Felszeichnungen im
Gilf Kebir und Uweinat belegen. Jagdszenen, Abbildungen von Wildtieren wie Giraffen, Zebras und die berühmten
"Schwimmer in der Wüste" sind Beweis genug. Die Zeichnungen im Wadi Sura wurden vom ungarischen
Wüstenforschers, Entdeckers und Spions für die deutsche Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg, Graf Edouard Almasy - in
den dreissiger Jahren des 20 Jahrhunderts entdeckt. Im Film "Der Englische Patient" werden die "Schwimmer" bei
Filmbeginn eindrucksvoll dargestellt. Auch wenn das Drehbuch nicht viel mit dem Lebenslauf des realen Grafen zu tun
hatte, so sprechen doch die Flug- und Landschaftsaufnahmen für sich.

Und sie schwimmen wirklich, wie ich mit eigenen Augen vor knapp 2 Jahren feststellen durfte. Ein wirklich schöner Ort
am Gilf.
Das Geschichte der persischen Armee des Kambyses, welcher mit 50'000 Mann von Dahkla über Farafra bis nach Siwa
zog und der Legend? nach von einem gewaltigen Sandsturm verschlungen wurde, bleibt weiterhin ein vom Grossen
Sandmeer gut gehütetes Geheimnis. Auch Expeditionen, ausgerüstet mit den modernsten Suchwerkzeugen konnten
bis heute keine konkreten Überreste der verschollenen Streitmacht finden.
Die Sahara hat an Landschaften, Menschen und Ursprünglichkeit auch in unserer zivilisierten Welt ihren eigenen
Charakter nicht verloren. Die Wüste erfahren - der Stille lauschen - den Wind auf der Haut spüren - den Sternenhimmel,
welcher hier einfach näher erscheint als sonst irgendwo, funkeln zu sehen - Sonnenuntergänge zwischen Dünen oder
steinzeitlichen Landschaften - alles Erfahrungen welche nur schwer in Worte zu fassen sind. Viele packt das
Wüstenfieber und lässt sie nicht wieder los. Ich zähle mich dazu, was diese Seiten wohl beweisen mögen. Ich spürte
das Wüstenfieber 1997 erstmals und ich bin dankbar, dass ich wunderschöne 5 Jahre am Rande einer der schönsten
Wüsten dieser Erde verleben durfte.